Zwei tolle Wochen gab es für die 35 Ferienspielkinder zwischen vier und dreizehn Jahren beim Abschluss im Eine-Welt-Dorf mit ihren Betreuern der Mindener Lebenshilfe und des Social-Workcamps.
Langeweile in den Ferien? Engpässe für berufstätige Eltern in der sechswöchigen schulfreien Zeit? – Dafür gibt es die Ferienspiele. Die Lebenshilfe Minden hat auch in diesem Jahr wieder für ein tolles, abwechslungsreiches, auch integratives Programm gesorgt.
Tatkräftige Unterstützung gab es dabei vom 9. bis 20. August durch den Service Civil International, SCI, einer internationalen Organisation, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und interkulturellen Austausch einsetzt. Jedes Jahr gibt es Workcamps in 90 Ländern weltweit, "unter anderem auch in der Kinder- und Jugendarbeit", sagt Janine Schekelmann. Die 23-Jährige ist Studentin in Bielefeld und leitet das Mindener Workcamp. Ihr Fazit: "Es war super interessant, anstrengend und ich habe viele nette Menschen in den zwei Wochen kennengelernt."
Zum inzwischen dritten Mal unterstützt die Freiwilligenorganisation die Mindener Lebenshilfe. "Das hilft ungemein", sagt Lars Meyer. Denn die Nachfrage ist steigend. "Wir hatten 90 Anmeldungen, davon mussten in einer Woche sogar einmal 47 Kinder zugleich betreut werden", so der Organisator der Lebenshilfe.
Eine völlig neue Erfahrung für Workcamperin Haruka Izumisawa. Die 21-Jährige absolviert gerade ihre Ausbildung zur Krankenschwester in Tokyo. "Bei uns in Japan ist es nicht üblich, dass Behinderte und Nichtbehinderte etwas gemeinsam machen." Sie ist das erste Mal bei einem Workcamp und wird noch einige Tage in Hannover Ferien machen.
Ragnhild Karlsson aus Uppsala will Sprachtherapeutin werden. Für die Schwedin ist es ihr zweites Workcamp in Deutschland. "Ich möchte die Sprache lernen und mein Fachwissen erweitern", sagt die 25-Jährige. Sie hat sich bei diesen Ferienspielen um die schwerbehinderten Kinder gekümmert. "Wir waren froh, die Jahn-Halle für unsere Ferienkinder nutzen zu können, die eine Eins-zu-eins-Betreuung benötigen", ergänzt Lars Meyer.
Die diesjährigen SCI-Betreuer kommen aus Deutschland (Frankfurt und Bielefeld), Schweden, Japan, Ungarn und der Türkei. Sprachbarrieren kennen sie nicht. "Body Talk", mit Händen und Füßen ist Ragnhild Karlssons kurze Antwort.
Dass die Workcamper nicht zwangsläufig aus einem pädagogischen oder sozialen Beruf kommen, zeigt Mert Özkan. Der 21-Jährige hat in Istanbul die amerikanische Schule besucht und studiert inzwischen Architektur. Es ist sein viertes Workcamp, das zweite in Deutschland. "Von Berlin bis München habe ich bereits alle Großstädte bereist. Auf Minden fiel meine Wahl der historischen Häuser wegen", sagt der angehende Architekt.
Neben Ausflügen, unter anderem in den Zoo und ins Schwimmbad mit anschließendem Eis essen nutzten die Ferienspielkinder der Lebenshilfe das Eine Welt Dorf der Aktionsgemeinschaft Friedenswoche Minden e.V. "Hier war besonders das Basteln von Lumpenbällen und Anfertigen von Lehmziegeln eine völlig neue Erfahrung für Kinder mit Behinderungen, die sie begeistert umsetzten", sagt Lars Meyer.
Anmeldungen für die Ferienspiele in den Herbstferien werden ab sofort telefonisch unter 05 71 / 9 74 05 00 entgegengenommen.