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Geschwisterkinder unterwegs

05.05.2022

In den Osterferien wollten wir mit dem GeschwisterProjekt nach Berlin in das Zukunftsmuseum Futurium fahren...

»Leben ist das, was passiert, wenn man eigentlich etwas Anderes geplant hat.«

Familien, die ein Kind mit einer Behinderung, einer chronischen Krankheit haben, werden diesen Satz sicher nicht sprechen. Und er gilt ganz besonders für die Geschwisterkinder. Denn ihre Zeit, ihre Flexibilität ist sozusagen das Wechselgeld, damit der Familienalltag überhaupt gelingen kann. Ganz abgesehen natürlich von den enormen Herausforderungen für die Eltern und oft auch für die Großeltern.

In den Osterferien wollten wir mit dem GeschwisterProjekt nach Berlin in das Zukunftsmuseum Futurium fahren. Angemeldet waren 3 Jungen zwischen 7 und 10 und ein Mädchen von 12 Jahren aus Rinteln und Minden. Doch die noch bestehenden Coronamaßnahmen und auch der Krieg in der Ukraine machten das Vorhaben in der Umsetzung zu schwierig.

Ich hatte wirklich Bauchschmerzen, den Kindern unsere Programmänderung zu erklären, aber die Eltern waren damit nicht unglücklich und auch die Geschwisterkinder haben sich dann regelrecht Mühe gegeben, mir beim Kennenlerntreffen mein schlechtes Gewissen auszureden. Bei selbstgebackenem Marmorkuchen und Apfelschorle war schnell klar: wir fahren in den Tierpark nach Preußisch Ströhen. Den Rest des Nachmittags in der Stadtbibliothek haben die Kinder mit Hingabe und Begeisterung eine Burg gebaut und zwischendurch sind wir nach draußen gegangen und sie haben Fangen, Verstecken und mit dem Riesenmikado gespielt.

Als Barbara Brockamp, unsere Bibliotheksleiterin am Ende dazu kam und fragte: »Was war denn heute am schönsten?« gab es einstimmig drei Antworten: »Dass wir so schön toben konnten!«, »Dass wir die Burg bauen konnten, ohne dass meine Schwester/mein Bruder Streit angefangen haben!« und »Dass wir zusammen sein konnten mit anderen, die uns verstehen.« Einen Satz fand ich auch noch besonders schön: als ich erklärte, dass bei Ausflügen vom GeschwisterProjekt keine Handys erlaubt sind, sagt der Zehnjährige Micha: »Die braucht man doch gar nicht, hier beim GeschwisterProjekt ist ja richtig was los!«

Ja, und das war dann auch im Tierpark so. Einen ganzen Tag lang toben, toben, toben, spielen, naschen – und zum Schluss durfte jedes Kind sich ein Kuscheltier aussuchen. Und weil die Obergrenze für Taschengeld zehn Euro ist, hat das GeschwisterProjekt den Rest obendrauf gelegt. Dank unserer großzügigen Sponsoren!

Friede, Freude, Eierkuchen ist es bei unseren Veranstaltungen auch nicht. Auf der Rückfahrt gab es ein bisschen Stress, wer neben wem wo sitzen darf und wir haben es genossen, ganz in Ruhe herauszufinden, was die dahinterliegenden Wünsche und Bedürfnisse sind, für eine etwas unfreundliche Bemerkung gab es eine Entschuldigung und alles war wieder gut.

Und wieder betonten die Kinder wie wichtig es ihnen war, einen Tag lang durch nichts und niemanden gestört zu werden - oder in Erwachsenensprache ausgedrückt: einfach im Flow zu sein.

Und wenn die Teilnahmebeiträge nicht zum Familienbudget passen, erfinden wir vom GeschwisterProjekt einfach, was gebraucht wird. Auch wenn es mit dem Holen und Bringen nicht klappt, haben wir auch noch immer eine Shuttle-Lösung gefunden.

Man ist übrigens nie zu jung und auch nicht zu alt fürs GeschwisterProjekt. Wir sind schon mit einem Fünfjährigen an der Hand seiner großen Schwester in Bremerhaven im Auswanderermuseum gewesen und bei unseren online-Treffen am letzten Mittwoch im Monat machen gerne auch erwachsene Geschwister mit.


Alle Angebote und Veranstaltungen findet Ihr auf der Webseite www.besondere-geschwister.org

Katharina Walckhoff, die Leiterin des GeschwisterProjekts, erreicht Ihr über kontakt@besondere-geschwister.org oder mobil über 0176 – 53833582.

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